ELBFLUT 2002 in Nünchritz : Sachtext-Journal: Thema 5

 Heizöl und Hochwasser
 


Einleitung:

Heizöl ist ein wichtiger Energieträger, für deren Lagerung und Anlage der Besitzer die Verantwortung trägt. Daneben zählt Heizöl zu den wassergefährdenden Stoffen. Bei Hochwasser muss ausgelaufenes Heizöl getrennt und auf Spezialdeponien entsorgt werden.

  
Öl und Material:

  Ausgetretenes Heizöl kann im Haus und in der Umwelt erheblichen Schaden anrichten. Betroffen können der eigene Garten, Brunnen, Felder, Gewässer, Hof und natürlich Einrichtungsgegenstände sein. Als fluides Material, dass leichter als Wasser ist, kann sich Heizöl nicht nur leicht bewegen, sondern im Öltank auch eine hohe Auftriebskraft entwickeln. (1) Einmal aus dem Tank befreit, verseucht Heizöl das Wasser und dringt bei Kontakt in Beton, Stein, Erde und anderes Material ein. Aber nicht nur Heizöl kann eine gefahr sein, sondern Pflanzenschutzmittel, Rattengift, Farben, Lacke und anderes chemisches Zeug.

  Keller:

  Abpumpen:

  Am besten lassen Sie das jemanden machen, der sich damit auskennt. Speziell wenn eine Ölschicht auf der Wasseroberfläche erkennbar ist, muss Wasser und Öl getrennt werden. Feuerwehr, THW oder private Entsorgungsunternehmen (z.B. Sero) besitzen Pumpen und Trenngeräte, die am besten den gefährlichen Abfall entsorgen können. Das Abpumpen sollte erst nach dem Abfluss des Hochwassers und einem gefallenen Grundwasserspiegel geschehen. Vor dem Abpumpen sollten auch keine Ölbindemittel benutzt werden, da diese Schäden an den Pumpen anrichten könnten.

  Entsorgung:

  Nach dem Abpumpen muss mglw. ölverunreinigter Schlamm, Inventar und Lebensmittel aus dem Keller entsorgt werden.

  Ölbeseitigung:

  Zur Beseitigung von Öl können Chemikalien oder auch Bakterien eingesetzt werden. Ölbindemittel sollten nur in Absprache mit der Feuerwehr oder den Herrstellern benutzt werden, um einer möglichen Brandgefahr vorzubeugen. Man muss sagen, das Bakterien nicht gut für Wände eingesetzt werden können, da der Einsatz von Bakterien über Späne funktioniert. Auch Ölbindemittel sind nur bedingt wirksam. Entscheidend ist der sogenannte Schädigungsgrad der Bauteile. Als Produkt gibt es zum Beispiel den PCI-Entöler. (http://www.pci-augsburg.de)(4) Nach der Ölbeseitigung wäre es gut, das Öl mit einer Grundierung einzuschliessen, damit das Öl nicht wieder durch neu aufgetragenen Putz gelangt.

  Lüften und Trocknen:

  Klar, dass irgendwie schnell und viel gelüfttet werden muss. Neben dem Schutz vor Schimmelpilz- oder anderem Schädlingsbefall ist auch Ölgeruch ein erstes Problem. Ölgeruch kann durch gutes Lüften in einem Monat wieder verschwunden sein. Es kommt natürlich auf die Menge des ausgelaufenen Öls drauf an. Heizgeräte können den Trocknungsvorgang unterstützen.

  Überprüfung & Reparatur:

  Da durch Hochwasser Schäden der verschiedensten Art entstanden sein können, ist es ratsam, durch einen Fachmann Überprüfungen vornehmen zu lassen. Dazu gehören die der Bausubstanz (Statik), des Heizungssystems und der elektrischen Geräte. Fußbodenbeläge und Verkleidungen söllten zur Kontrolle geöffnet oder entfernt werden. Der Heizöltank kann auch noch gereinigt werden.


  Boden:

  Ist der Boden verseucht, was man z.B. an einer dicken Ölschlammschicht erkennen kann, dann empfiehlt es sich, das Landratsamt oder Amt für Landwirtschaft zu kontaktieren, um sich über die Entsorgung abzustimmen. Wichtig wäre es, eine Gewässerschadenhaftpflicht-Versicherung zu besitzen, damit man Schäden auf fremdem Boden nicht bezahlen muss, die ein fortgerissener Tank mglw. angerichtet hat. Geringe Ölrückstände und dünne Ölfilme werden keine dauerhaften Probleme verursachen, da sie schnell abgebaut werden können und nur in die oberste Bodenschicht eingedrungen sind. (6)

  Fragen vor der Installation eines Heizöltanks:

  Die Hochwasserschutzfibel empfiehlt, Öltanks auftriebssicher zu verankern sowie alle Anschlüsse und Öffnungen mit wasserdichten Verschlüssen zu sichern, damit im Falle von Hochwasser kein Wasser eindringen kann. (3) Desweiteren können Sie sich folgende Fragen vor der Installation eines Heizöltankes stellen:

  Liegt mein Haus in der Nähe eines Gewässers ?
Kann das Hochwasser im Extremfall bis zu meinem Grundstück gelangen ?
Bestehen weitere Gefahren durch Wasser für meine Anlage, z.B. durch drückendes Grundwasser oder Rückstau aus dem Kanal?
Habe ich Möglichkeiten, den Tank außerhalb des gefährdeten Bereiches aufzustellen ? (2)

  Weitere Informationen erhalten sie bei den zuständigen Behörden ihrer Gemeinde und bei der Feuerwehr.

 

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Recherche & Text: Sven Dämmig
Stand: 12/2003
 
 

QUELLEN & externe LINKS:

1
Mag. Horst Fischer (Land Niederösterreich) :
Empfehlungen für Betreiber von Öllagern im Zusammenhang mit Hochwasser

2
Landratsamt Coburg :
Informationen zu Heizöl und Hochwasser

3
Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen :
Hochwasserschutzfibel : Bauen und Wasser (Link zu einer pdf-Datei)

4
Hr. Lampert (TU Dresden - Institut für Thermodynamik und TGA) : Recherche zur Frage: Was tun bei Öl im Bauwerk?

5
Zentralstelle für Zivilschutz :
KURZINFORMATION ZUM THEMA HOCHWASSER (Link zu pdf-Datei)

6
Bau.de :
Forum Hochwasser




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